Comic Sans is back

Da sitze ich gemütlich und voller Spannung in einer Präsentation und dann taucht sie plötzlich auf. Ohne jegliche Vorwarnung, einfach so…aus dem Nichts. Auf den Folien davor war die Welt noch in Ordnung, aber jetzt ist Schluss. Vielleicht sollte auch nur die Aufmerksamkeit der Zuhörer gesteigert werden, oder war es nur ein Scherz? Ich befürchte nicht. Gleich an mehreren Stellen wurde die Schriftart des Todes “Comic Sans” eingesetzt. Von einer Agentur für Online-Marketing. Im Jahr 2013. Viel mehr fällt mir da auch nicht zu ein.

Es war einmal eine Betonsäge

Schlaf wird überbewertet und schließlich hat man gelernt, dass 6 Uhr Rüttelplatten-Zeit ist. Aber auch für eine Rüttelplatte ist der Einsatz irgendwann vorbei und sie verschwindet wieder im Container. Doch kaum freue ich mich darüber, schon wird die nächste Baumaschine des Todes angeschmissen. Nachts fand ich die Idee mit dem geöffneten Fenster noch clever und ich konnte fast so etwas wie Schlafen, also abgesehen vom ganzen Schwitzen. Kaum ist es aber 6 Uhr, da erklingt ein liebliches Geräusch durch das geöffnete Fenster ins Schlafzimmer. Immerhin müssen 2 x 50m gepflasterte Steine geschnitten werden. Das geht am besten mit so einer Betonsäge, oder Steinsäge, wie auch immer. Das Ding schreit dermaßen laut beim Durchflexen der Steine, dass mir fast das Kleinhirn platzt und sämtliche Hunde in der Umgebung sich aus Reflex in der Weser ertrinken. Nach einer halben Stunde pausenlosem Näääääääääääkringnäääääääääkringnäääää sind auch schon 5 Meter geschafft.

Im Supermarkt piept’s

Mal eben noch einmal kurz nach der Arbeit in den Supermarkt springen und 2-3 Kleinigkeiten für ein schnelles Abendessen besorgen. So war mein Plan, da ich keinen Bock auf einen großartigen Wocheneinkauf hatte, aber ich hatte auch kein Bock auf Verhungern. Meinen Supermarkt des Vertrauens kenne ich ja und so weiß ich ziemlich genau welche Fleischwurst an welcher Stelle im untersten Regal liegt und so brauche ich mit einem strategischen Durchlauf ohne jegliche Umwege nur 1,57 Minuten bis zu den Kassen. Nach weiteren 30 Sekunden hab ich mich dann auch für eine der vier Schlangen entschieden (bloß nicht an die Arschloch-Kasse stellen!!!). Tja…  natürlich habe ich dann aber doch die Arschloch-Kasse erwischt, aber macht ja nix. Wirklich vorwärts geht’s allerdings nicht und nicht nur ich selbst werde hibbelig und schnaufe genervt. Die ganze Schlange rollt besser als Paris Hilton mit den Augen. Nach gefühlten zwei Stunden bin ich soweit nach Vorne gekommen, dass ich den Grund für die nachkriegszeitlichen Wartezeiten erkennen kann . Die Kassiererin, sie ist neu. Also neu in diesem Beruf, der Rest ist eher alt. Sie ist eine Genießerin, anders kann ich es mir nicht erklären. Sie nimmt jeden Artikel auf dem Band einzeln in die Hand, hebt ihn hoch, dreht ihn, schaut sich alle 4 Seiten an, gerne auch mal eine doppelt und irgendwann wird dann mal gescannt und es piept. Irgendwann piept es noch einmal… und dann nochmal. Wenn wir mal einen 4/4-Takt zu Grunde legen, dann wären es ca. 3 bis 4 Bpm. Nicht gerade Hardstyle…

Rüttelplatte Ga… ga… galore

Neue Straßen braucht das Land und jetzt ist offensichtlich auch mal der Westen dran. Und wenn hier dann mal eine eine Straße, also ca. 50 Meter sind es glaube ich, gemacht wird, dann halt richtig. Da wird erst ein halber Meter Erdreich abgetragen, inklusive altem Übergangsbelag,und anschließend wird neuer und feinster Badestrandsand verteilt. Da aber etwas festklopfen mit der Schüppe nicht ausreicht, wird erstmal die Rüttelplatte angeschmissen. Das Ding Schubert so dermaßen über den Boden, dass man vor lauter Panik vor’m nächsten Tsunami direkt auf einen Baum klettert. Dabei wollte man eigentlich nur noch ne Stunde schlafen. Aber morgens um 6 ist halt Rüttelplatten-Zeit. Das weiß man doch, oder le… le… lernt es halt.

Luxus-Bettler

Er hat den ganzen Tag noch nichts gegessen und guckt in jedem Mülleimer in der Straßenbahn. Mir selbst habe ich immerhin kurz vorher noch ein belegtes Brötchen am Bahnhof gezogen, das ist allerdings schon alle. So ein Loch im Bauch kennt man ja und mag’s auch eher weniger. Zum Nachtisch habe ich mir auch noch eine schöne kalte Coke gegönnt. Auf die schielt er auch schon ganz durstig, während er noch einige Male wiederholt, dass er den ganzen Tag noch nichts gegessen hat.
Nach 2-3 großen Schlucken drücke ich ihm dann die Flasche in die Hand und wünsche ihm ‘n Guten.
Noch beim Trinken fragt er nach 10 Cent für ein Brötchen, an sich ok, aber dann irgendwie doch n bisschen viel des Guten und ich schüttel leicht irritiert den Kopf. Er stürzt den Rest Cola runter und schmeißt die Pfandflasche in den Müll und haut ab. Ich will da keinen Orden für haben, ein einfaches Danke wäre doch schon drin gewesen.
Etwas mehr als 10 Cent hat liegen übrigens im Mülleimer.

Menschliche Bedürfnisse

Viel trinken ist gesund, aber auch ein Bier hat zwei Enden. So ähnlich erging es zumindest der Guten Dame vor’m Supermarkt und sie verrichte Ihre Notdurft kurzerhand hinter den Blumen neben dem Eingang vom Supermarkt. Die Blumen waren allerdings noch nicht sehr hoch gewachsen, was daran gelegen haben mag, dass man sie erst noch in die Blumenerde in den Säcken, die in ca. einem halben Meter Höhe gestapelt waren, hätte einpflanzen müssen. Läuft.